|
Aktualisierung 14.1.2009 Bitte schauen Sie sich dazu die Seite www.giregio.de an
Textergänzung zu KONTUSS Urherber: Gustav Kollmeier, München --------------------------------------------------------- Ich setze voraus, daß die Richtigkeit der Freigeldtheorie akzeptiert wird. Der monetäre Teil der Theorie besagt, daß durch eine Umlaufsicherung auf kurzfristige (!) Liquidität diese unter Angebotsdruck gesetzt wird. In der Folge bietet sich das Geld "brav" an, was ein marktgerechtes Sinken des Zinses im Bereich der längerfristigen Liquidität ermöglicht.
So, und jetzt kurze Text-Erläuterung zu der Idee KONTUSS:
Giralgeld ist eine Form der kurzfristigen Liquidität. Es liegt heute ausschließlich in digitaler Form in den Computern der Banken vor (ich gehe jetzt nicht auf die Bargeldtransaktionen hinter den Kulissen ein). Computer können sehr gut und schnell rechnen (engl. to compute = rechnen). Was liegt näher, als dieses ungeheure Rechenpotential für die Freigeldidee zu nutzen? Rechnen ist leichter als kleben! (Gemeint ist das Kleben von Verfallsmarken auf Komplementärwährungen, wobei ich die Notwendigkeit des Bargeldes nicht in Frage stellen will)
Ok, wir wissen also jetzt, daß KONTUSS eine Software für die Bankrechner ist. Sie wendet sich an den Bereich des Giralgeldes, also an die Girokonten.
Jetzt kurz die drei Bestandteile im (Kunst-) Wort "KONTUSS":
KONT = KONTinuierlich - US = UmlaufSicherung - S = Sozialausgleich
Ich fange mit der UmlaufSicherung (US) an: Die Umlaufsicherung beträgt z. B. 0,5 % pro Monat. Nehmen wir mal an, ich habe 100,-- Euro. Dann heißt das, daß ich am Monatsultimo eine US von 50 ECent zahlen muß. Jetzt habe ich nur noch 99,50 Euro. Beim nächsten Ultimo bezahle ich 49,75 ECent. So geht das immer weiter. Die Höhe der US ist degressiv, mein Kontostand nähert sich asymptotisch gegen Null. [Vereinfachend wird angenommen, daß ich nie etwas ein- und auszahle] Wichtig ist folgende Erkenntnis: Die US ist für jeden Teilnehmer verschieden hoch. Ich habe 100,-- Euro, der andere hat 500,-- Euro und der nächste hat nur 60,-- Euro. Also zahle ich 50 ECent, der andere 2,50 Euro, der nächste 30 ECent. Die Summe beträgt 3,30 Euro.
So, wir wissen jetzt, wie die Umlaufsicherung funktioniert. Es stellen sich zwei logische Fragen: A) Was passiert eigentlich mit der von mir (und all den anderen) bezahlten Umlaufsicherung? B) Wer soll da eigentlich mitmachen?
Antwort zu B): Kein Mensch wird da freiwillig mitmachen. Niemand akzeptiert einen dauerhaften Verlust in Raten. Resultat: Akzeptanz der Umlaufsicherung = Null.
Hier setzt nun die Idee des Sozialausgleiches ein (S): Antwort zu A): Die gesamte Umlaufsicherung, also meine und die aller anderen (= Summe), wird in voller Höhe wieder an alle ausgegeben. Und zwar absolut gerecht, nämlich jeder erhält den gleichen Teil. Dies ist der Sozialausgleich (S). Bei obigen Beispiel war die Summe der US = 3,30 Euro. Also: die 3,30 Euro werden auf die drei Teilnehmer aufgeteilt, macht für jeden exakt 1,10 Euro. Der Sozialausgleich ist für jeden Teilnehmer gleich hoch, die Umlaufsicherung ist für jeden Teilnehmer verschieden (s. o.),
Für mich persönlich stellt sich jetzt die Gesamtrechnung am Ultimo so dar: Ich zahle 0,50 Euro US und bekomme 1,10 Euro S. Macht unterm Strich ein Plus von 0,60 Euro! Der andere zahlt 2,50 Euro US und bekommt 1,10 Euro S. Macht unterm Strich ein Minus von 1,40 Euro. Der nächste zahlt 0,30 Euro US und bekommt 1,10 Euro S. Macht unterm Strich ein Plus von 0,80 Euro! Insgesamt: / Plus 0,60 / Minus 1,40 / Plus 0,80 / macht unterm Strich: +/-0. So ist das immer, egal wieviele Teilnehmer, egal welche Kontostände.
Ich habe also aus der Gesamtechnung ein Plus von 0,60 Euro! Und das trotz Umlaufsicherung! Wie gibts denn sowas? Mathematische Antwort: Weil ich im Moment unter dem Durchschnitt liege und es sich um eine konvergente Folge handelt. Im Moment (!) bin ich sog. NettoEmpfänger.
Wenn ich morgen meinen Arbeitsverdienst bekomme (ich verdiene gut), dann bin ich mit einem Schlag über dem Durchschnitt und bin plötzlich sog. NettoZahler. Mein (vieles) Geld ist unter Angebotsdruck (s. Theorie). Nächste Woche zahle ich meine Miete und bin plötzlich wieder etwas unter dem Schnitt. So geht das immer auf und ab.
Wichtig: Die laufende Summe meiner NettoZahlungen und NettoEmpfängen pendelt um Null! Mal zahle ich, mal bekomme ich. Bei all den anderen ist es ähnlich.
Die Umlaufsicherung hat ihren Schrecken verloren!!!
Frage: Und was ist, wenn ich mein Girokonto überziehe, also ins Negative komme? Zahlen dann die anderen über den Sozialausgleich meine Schulden ab? Antwort: Wenn ich ins Negative komme, falle ich aus der Berechnung heraus, weil die Umlaufsicherung per Definitionem nur bei Guthaben Anwendung findet. Also: keine US und (!) kein S. Die Schulden muß ich selbst zahlen.
So, wir wissen jetzt auch wie der Sozialausgleich funktioniert und was er im Zusammenspiel mit der Umlaufsicherung bewirkt.
Jetzt zum dritten und letzten "Tatbestandsmerkmal": KONTinuierlich: Bei den zur Zeit bekannten Komplementärwährungen (z. B. beim Chiemgauer) ist es so, daß die Umlaufsicherung am Ende eines Quartals eingezogen wird. Bei 0,5 % pro Monat sind das dann ca. 1,5 % auf einen Schlag. Was wird passieren? Es wird das "Stichtagsfieber" grassieren: Jeder will seine Chiemgauer unbedingt loswerden, keiner will sie eigentlich haben. Denn morgen ist die Umlaufsicherung fällig! Es kommt zu Handelsstockungen. [Voraussetzung ist natürlich ein echter Umlauf der Komplementärwährung. Davon ist selbst der Chiemgauer noch meilenweit entfernt] Bei KONTUSS erfolgt die o. g. Berechnung nicht nur einmal am Ende des Quartals, auch nicht nur einmal am Monatsultimo, sondern in jeder Sekunde! Kontinuierlich, Tag und Nacht! Das Stichtagsfieber ist geheilt. Ein weiterer Effekt: Jede Transaktion wird sofort (!) berücksichtigt! Es wäre z. B. beim Chiemgauer denkbar, daß ich am ersten Tag des Quartals eine Million Chiemgauer bekomme und am letzten Tag kurz vor US-Berechnung alles "auf den Kopf haue". Konsequenz: Ich zahle 0,00 Umlaufsicherung!!! Ist das gerecht? Ich hatte doch 3 Monate lang die Kohle unter der Matratze! Dem Computer der Bank ist es letztlich egal, was er den lieben langen Tag macht. Soll er doch bitteschön rechnen. Laufen tut er sowieso. Und die Banken haben die besten Rechner in "gespiegelten Rechenzentren"! Alles schon da! Null Investition erforderlich!
In welchem Takt wird die US dokumentiert? Die Berechnung der US erfolgt im Sekundentakt. Im gleichen Rechenschritt, also auch in jeder Sekunde wird der Sozialausgleich berechnet.
Umlaufsicherung: MINUS Sozialausgleich: PLUS Wenn Umlaufsicherung > Sozialausgleich, dann NettoMINUS (= Nettozahler) Wenn Sozialausgleich > Umlaufsicherung, dann NettoPLUS (= Nettoempfänger)
Die Software rechnet auf 10 Stellen genau hinter dem Komma. Zum Vergleich: Bei der EuroUmstellung war der Umrechnungsfaktor: 1,95583. Genauigkeit also: 5 Nachkommastellen. Die KONTUSS-Bank hat fünf Nachkommastellen mehr. Also rechnet sie um fünf 10er-Potenzen genauer, d. h.: 100.000 mal genauer. Wir müssen auch keine Chiemgauer drucken! Wir kommen also nicht mal mit dem Gesetz in Konflikt! Auch müssen wir nicht mühsam irgendwelche Händler und Konsumenten zum Mitmachen bitteln und betteln. Der Euro ist (!) das universelle Zahlungsmittel! Und zwar europaweit! Kein Systembruch! Wir können über ein Internetbanksystem 200.000.000 Marktteilnehmer potentiell erreichen! Wir machen den (Giral-) Euro zu einer freiwirtschaftlichen Währung. Völlig legal über eine privatrechtliche Vereinbarung der Teilnehmer. Gedeckt durch den Grundsatz der Vertragsfreiheit. Da kann nicht mal das BAFIN was konstruieren. Wir müssen nur eine Bank finden, die das Ganze umsetzt. Der softwaretechnische Eingriff ist minimal. Die Software ist sogar schon fertig (geschrieben in JAVA!). Die Funktionalität der KONTUSS-Girokonten ist exakt die gleiche wie beim normalen Girokonto. Ich kann auszahlen, einzahlen, überweisen, Dauerauftrag, Aktien kaufen... Kein Unterschied!
-------------------------------------- Jetzt noch kurz zu der Frage mit der Stiftung: Ich weiß, es ist einigermaßen kompliziert mit der Stiftung. Die Stiftung ist auch nicht das unbedingte "Must" des Gesamtkonzeptes. Vielmehr nur ein "Nice to have".
Kurze Erklärung: Sagen wir mal es sind 1.000 Teilnehmer im KONTUSS-Girokontosystem. Alle tausend Leute haben unterschiedliche Kontostände. Einer (!) hat am meisten. Er ist der Reichste. Wenn man das System mit Umlaufsicherung und Sozialausgleich verstanden hat, so weiß man, daß der Reichste der größte Nettozahler ist. Sein Geld ist sozusagen am meisten unter Angebotsdruck. Dieser Reichste wird versuchen, sein Geld loszuwerden. Entweder durch Konsum oder einfach nur "brav" zur Bank bringen (längerfristige Liquidität), die es dann den Kreditnachfragern zinsfrei (nicht: kostenfrei) vermitteln kann. Wenn dieser Reichste das tut, oder wenn z. B. plötzlich ein anderer seinen Lottogewinn überwiesen bekommt, dann ist auf einmal ein anderer der Reichste. Und so geht das immer weiter. So, und die Stiftung gibt nun folgende Garantie ab: "Ich, die Stiftung, habe immer einen EuroCent mehr als der momentan Reichste." Das heißt, die Stiftung ist immer (!) Nettozahler. Und das, was sie netto zahlt, ist ihre Leistung als Stiftung. Es kommt der übrigen Gemeinschaft über den Sozialausgleich zugute. Es ist sozusagen eine ganz liebe Stiftung, die allen Teilnehmern dauernd etwas schenkt. Die absolute Höhe dieses Schenkungsbetrages wird sich monatlich in der Größenordnung von wenigen 10 Euro bewegen. Du kennst das sicher aus den Überlegungen, daß die Umlaufsicherung absolut gesehen eigentlich gar nicht so wild ist. Fraglich könnte sein, ob es sich bei einer so gearteten Stiftung nicht um "unlauteren Wettbewerb" handelt. Das wäre rechtlich zu prüfen. Wie gesagt: "Nice to have". Wenn die Stiftung zu kompliziert zu erklären ist, kann man auch gerne darauf verzichten. (Umso besser für die Stiftung :-)) Sie soll eigentlich nur die Attraktivität des KONTUSS-Systems steigern. Soviel zur Stiftung. ------------------------ Die Sache mit den Kindern! Die Bank gibt den erwachsenen (!) Teilnehmern folgende Garantie: "Ihr Erwachsenen habt das Recht, für eure eigenen Kinder bei mir ein KONTUSS-Girokonto zu eröffnen. Ihr müßt nichts darauf einzahlen, also 0,00. Bis zur Geschäftsfähigkeit des Kindes muß nichts geschehen." Was ist die Konsequenz? Die Kinder mit ihren 0,00 Euro sind die Ärmsten! Und was passiert mit den Ärmsten? Sie sind NettoEmpfänger aus der KONTUSS-Berechnung. Und zwar für die nächsten 18 Jahre! (Vorausgesetzt, die Eltern kommen gleich mit der Geburtsurkunde zur Bank) 18 Jahre, das sind ca. 0,5 Milliarden Sekunden. Eine lange Zeit. In dieser Zeit wächst das Konto der Kinder an! Wer will das nicht für seine (!) Kinder? Und die Bank freut sich über eine so frühe Kundenbindung! Kinder sind Zukunft! Übrigens: Das Wachstum des Kinderkontostandes ist degressiv, also mit abnehmender Steigung. Das heißt: der Kontostand wächst am Anfang schnell und dann immer langsamer. Eine Projektion der natürlichen Wachstumsdynamik des Kindes! Soviel zu den Kindern. Das ist übrigens ein "Must".
|